Wir grüßen Euch zum Mittwoch.

Heute war es endlich soweit: die neuen Felgen und Reifen wurden auf unserem Calibra montiert.

Wie Ihr schon mitbekommen habt, wollen wir unseren Calibra so original wie möglich wieder herrichten. Als wir das Auto im Oktober 2017 von Lars geschenkt bekommen haben, stand er auf Stahlfelgen mit Winterreifen im Format 195/60 R 14 und wir haben uns von Anfang an gefragt, auf welchem Felgen- bzw. Reifenformat er am 29.09.1995 in Rüsselsheim vom Band gelaufen ist.

Es war wirklich nicht ganz einfach, diese Information zu bekommen. Ein direkter Anruf in Rüsselsheim führte zu einem Callcenter in Polen, dort nahm man unser Anliegen auf und ein paar Tage später bekamen wir einen Rückruf vom Opel Klassikcenter in der Nähe von Trier. „Verstehe ich das richtig„, wurde Hajo gefragt, „Sie wollen wissen, auf wie vielen Reifen Ihr Opel Calibra 1995 ausgeliefert wurde?“ Da hatte das Callmädel in Polen ja richtig aufgepasst. „Nein„, antwortete Hajo, „wir wissen schon, dass es normalerweise 4 Reifen sind, die an der Unterseite des Fahrzeuges montiert sind. Wir wollen indes wissen, welches Reifenformat und welche Reifenmarke auf dem Opel waren, als er ausgeliefert wurde!“

Ach so, nun war die Anfrage klar. Ein paar Tage später hatten wir die Information: auf unserem Opel waren die typischen Pentaline-Leichtmetallfelgen im Format 205/55 R15 87V montiert, jedoch konnte man uns bei der Reifenmarke nicht wirklich weiterhelfen, da diese Informationen nirgendwo mehr gespeichert waren. Goodyear mit Sicherheit nicht, Continental schon eher. Firestone? Eher unwahrscheinlich! Michelin – unser Favorit – das hätte natürlich gepasst.

Zunächst versuchten wir die Leichtmetallfelgen zu finden. Und hatten direkt Glück: auf eBay-Kleinanzeigen bot Michael aus Magdeburg einen fast unbeschädigten Satz Felgen an (ohne Bordsteinrempler, das war wichtig). Ein paar Mails hin und her und Michael war bereit, uns im Sinne der guten Sache die Felgen für insgesamt 50 Euro zu überlassen. Blieben noch die 1.000 Kilometer Aachen – Magdeburg – Aachen. Der Astra Kombi von Ute und Hajo liefert so eine Strecke ja ohne Probleme ab, aber was war mit Hajo? Er ist mit seinen 51 Lenzen nun ja auch nicht mehr der Jüngste, nicht wahr? Aber auch Hajo’s Performance an diesem Montag des 30. April 2018 bot zu keinerlei Klagen Anlass. Los ging es um 8 Uhr, Ankunft in Schönebeck südlich von Magdeburg um 14.30 Uhr, Felgen einladen und direkt wieder los. Wolfsburg, Hannover, nachtanken in Bielefeld – doch das letzte Stück über Dortmund, Köln und Düren ging nur noch mit 2 großen Dosen Redbull. Am Abend wusste Hajo, was er getan hatte. „Bin halt keine 20 mehr„, meinte er am Abend geschafft zu Ute.

Ein paar Tage später dann großes Optik-Overaulin‘ der Felgen: Hochdruckwäsche, 25%ige Salzsäure, um den angebackenen Bremsstaub von den Felgenbetten zu entfernen, danach noch Kneten, Versiegeln und Wachsen (Ihr habt das Video ja sicher gesehen).

Nun fehlten noch die passenden Reifen. Also begannen wir mit der fiebrigen Suche nach den passenden Schühlein.

87 V? Das wurde inzwischen nirgendwo mehr angeboten, die Autos wiegen eben heute keine 1215 Kilo mehr. 88 V – ja das war zu finden, 91 W auch. Blieb immer noch die schwierige Entscheidung nach der passenden Reifenmarke. Für uns alle war klar: alle Billigmarken sowie No-Name-Fabrikanten schieden aus. Schließlich hatte die „Weisheit der Vielen“ noch zwischen 4 renommierten Reifentypen zu entscheiden:

  1. Uniroyal Rain Expert 3 für 81 Euro pro Reifen
  2. Fulda Eco Control für 66 Euro pro Reifen
  3. Goodyear Efficient Grip Performance für 90 Euro pro Reifen
  4. Continental Premium Contact 2 für 108 Euro pro Reifen

Goodyear und Dunlop waren uns im Rahmen unserer Restauration dann doch etwas teuer, konnten wir uns auch nicht vorstellen (wenngleich unser Hajo auf seinem Jaguar Dunlop fährt, da sind allerdings dann auch 235/50 R 18 drauf). Beim Uniroyal gefiel uns das Profil nicht. Tja, und so wurde es dann der Fulda – deutsche Marke, deutsches Auto! Übrigens gehört Fulda ja auch zu Goodyear, also gutes Reifen-Know-how.

Eine kurze Preisrecherche noch und so blieben wir bei ATU kleben. Die boten den Fulda für 63,50 Euro plus 14,40 Euro für die Montage an. Das konnten wir alles online bestellen und terminieren. Die Reifen in der Zentrale bestellt, zur Filiale nach Alsdorf liefern lassen, per Amazon pay vorab bezahlt und dann nur noch Termin vereinbaren.

Und dieser Termin war heute morgen um 8.45 Uhr. Eine Stunde später konnten wir mit unseren neu-beschuhten Calibra wieder vom Hof fahren. Unser Tipp: bei ATU immer frühmorgens einen Termin vereinbaren. Dann sind alle Mitarbeiter noch frisch und haben auch Zeit für ein kurzes Benzingespräch. Natürlich war unser Calibra für den Werkstattmeister direkt ein Eyecatcher.

Wir hoffen, Euch hat unser Reifen-/Felgenbericht gefallen. Welche Erfahrungen mit welchen Felgen und Reifen habt Ihr in letzter Zeit gemacht? Wir freuen uns auf Eure Kommentare.

Wie sieht es aus? Können wir Euch vielleicht als Projektmitglieder gewinnen? So eine Restaurierung verschlingt natürlich einiges an Geld und wir als gemeinnütziger Verein sind ein wenig auf Eure finanzielle und tatkräftige Hilfe bzw. Mitarbeit angewiesen. Überlegt es Euch – jede einzelne Zwanziger wird bei uns hochgeschätzt. Weitere Informationen findet Ihr im Menü Mitmischen!